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2002 Hanka Oberreich |
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![]() Alle Ärzte und Schwestern arbeiten auch am Sonnabend und Sonntag. Mein Team hat heute Dienst, d.h. sie haben einen ganz normalen Arbeitstag, müssen aber den ganzen Tag dableiben und einmal für vier Stunden tagsüber und einmal für zwei Stunden nachts in die Notambulanz. Alle Patienten, die sie an jenem Tag aufnehmen, begleiten sie von der Aufnahme bis zur Entlassung. Niemand der anderen Ärzte wird sie operieren, ihnen Anweisungen geben oder sie im Bedarfsfall betreuen. Hierfür ist nur das Team zuständig, welches den Patienten in der Notambulanz aufgenommen hat. In den Zimmern der Notaufnahme wird erste Diagnostik veranlasst, die Patienten behandelt und wieder nach Hause geschickt, wenn sie nicht von hier aus auf die Station geschickt werden und dort bleiben. Wenn die vier bzw. zwei Stunden in der Notambulanz vorbei sind, ist das nächste Team für die Notambulanz zuständig. Jetzt werden die akuten Fälle operiert, bzw. es wird versucht es zu tun, wenn ein OP frei ist, falls nicht noch einer der neu aufgenommen Patienten im Ultraschall oder beim Röntgen wartet. Das ist das seltsame System der rumänischen Medizin. Für die nächsten Tage sieht die Arbeit dann ähnlich aus, je nach Notaufnahmetag. Waren viele Patienten da, die aufgenommen und operiert werden mussten, wird weiter operiert oder weitere Diagnostik betrieben. Waren aber wenige Patienten zum Aufnehmen da, sind auch die nächsten Tage bis zum nächsten Notaufnahmetag sehr ruhig. Es sind ja keine Patienten zum Behandeln da. Sozialprojekt: In diesem
Haus der "Concordia" ist Platz für ca. 14 Kinder zwischen 12 und 21
Jahren. Alle, bis auf meine Wenigkeit erwarten eine fertige Ärztin.
Ich muss ihnen erklären, dass dem nicht so ist, ich also noch studiere.
Für Claudia ist gleich klar, dass ich also in den nächsten Wochen
mit helfen kann, die Kinder Deutsch zu lehren. Außerdem kann ich
bei den Kindern die kleinen Wehwehchen heilen und mal sichten, wofür
welche Medikamente geeignet sind, die im Arzneischrank so zahlreich stehen.
Entweder gibt es eine Vielzahl von jeder Sorte oder nur noch einen kläglichen
Rest. Bis vor kurzem gab es hier noch eine Krankenschwester, die mehrmals
die Woche kam. Doch jetzt wird das Zimmer nur noch als Notschlafplatz benutzt.
Na mal sehen, was mich da noch erwartet....
Während des Essens zeigt mir Lacramioara ihr Ohr. Irgendetwas tut ihr da weh. Es ist eine Schwellung. Mehr kann man im Tageslicht nicht erkennen. Einen Ohrtrichter gibt es nicht. Claudia zeigt mir verschiedene Arzneimittel. Es reicht vom Desinfektionsmittel bis zum Antibiotikum. Ich mache Lacramioara auf etwas Watte eine Salbe gegen die Schmerzen. Mal sehen, ob es besser wird. Damit ist sie zufrieden. Zwei Tage später ist die Schwellung vorüber und ihr tut nichts mehr weh. Also war meine "Behandlung" gar nicht so schlecht. Hanka
Oberreich aus Leipzig war 2001 Bukarest und Ploesti, Rumänien
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